Rhein Erlebnis Amsterdam & Rotterdam – Familienreise auf der A-Rosa Sena

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Die A-Rosa Sena in Köln

Durch Zufall sah ich im Jahr 2022 Werbung für das neue Mehrgenerationenschiff der Reederei A-Rosa. Bisher hatten wir mit den Kindern dreimal eine Hochseekreuzfahrt unternommen; Flusskreuzfahrten hatte ich stets unter teuren und vielleicht auch eher spießigen Urlaub „für Omas und Opas“ verbucht. Aber Schlagwörter wie „E-Motion“, „nachhaltiger Umweltschutz“ „ausreichend Platz“, „Family Area mit Kids Club“, „Familienkabinen für bis zu fünf Personen“, und „Kinder bis 15 Jahren reisen kostenfrei“ weckten sofort mein Interesse. Wer wie wir in einer Familienkonstellation mit mehr Kindern als Erwachsenen lebt, kennt das Problem: insgeheim sind Kinder dann doch nie kostenlos, oft sind die Familienzimmer nicht groß genug und vor allem auf Schiffen zahlt man für Kinder im 2. (festen) Bett meist den vollen Preis.

Ich machte mich auf der A-Rosa Seite etwas schlau und stellte fest, dass das neue Schiff, die SENA, von Köln aus startete. Bezüglich der An- und Abreise für uns also ein absolutes Heimspiel. Online in der Buchungsmaske konnte ich die gewünschte Reise durchrechnen und man sollte es kaum glauben: alle drei Kinder reisten wirklich für 0€; OHNE dass sich dadurch der Preis pro Erwachsenen insgeheim erhöhte (alles schon erlebt!). Somit entschieden wir uns, den Sommerurlaub 2023 um eine Woche zu verlängern und auf unsere erste (Rhein-)Flusskreuzfahrt zu gehen.

Ab nach Kölle

Obwohl sich an Tag X schon eine ganz schön lange Schlange bildete, liefen die Kofferübergabe und das Einschiffen schnell und problemlos. Einen kleinen Begrüßungssnack und die obligatorische rote Rose für alle weiblichen Passagiere gab es direkt beim Check-in.

Family Area 

Die von uns gebuchte Familienkabine befand sich auf dem untersten Deck 1 in der Family-Area in unmittelbarer Nähe zum Kids Club und war wirklich ein Traum. Abgesehen davon, dass das Schiff und somit auch die Kabine neu waren, hatten wir noch nie so ein tolles Farb- und Raumkonzept mit Unmengen von Stauraum für Groß und Klein erlebt. Es gab sogar eine kleine, kindgerechte Sitzecke auf der Kabine. Dass die Kabine, die mit ihren 28m2 schon recht groß war, für fünf Personen und ausgezogenem Schlafsofa ziemlich voll war, kann sich sicherlich jede*r vorstellen. Aber trotzdem fühlten wir uns nicht übermäßig beengt.

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Kabine 105

Das von A bis Z durchdachte Farb- und Raumkonzept spiegelte sich auch im nahegelegenen Kids Club wider – da sollte sich manch eine Familien-/Clubhotelkette das ein oder andere abschauen! Die restlichen Bereiche des Schiffes waren – so vermute ich – wie auf jedem anderen Schiff der A-Rosa-Flotte konzipiert. Überall konnte man problemlos eine Sitzgelegenheit in bevorzugter Lage finden, selbst auf dem Sonnendeck waren reservierte Liegen fehl am Platz. In der Hauptbar gab es in ausreichend großer Stückzahl sehr bequeme Sofaecken, in denen man selbst zu fünft noch genügend Platz für das ein oder andere ältere Pärchen machen konnte.

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Sonnendeck

Spa Bereich 

Am anderen Ende von Deck 1 befand sich der Spa- und Fitnessbereich. Dieser war entsprechend der Passagieranzahl klein, aber fein. Zum Leidwesen meines Mannes war nur ein Laufband vorhanden – war das belegt, hieß es warten, das war aber kein Weltuntergang.

Was wir allerdings störend fanden: Der Whirlpool im Spa wurde schnell von Kindern (meist ohne vorgeschriebene Begleitung eines Erwachsenen) entdeckt, die dort ständig (teils mit Taucherbrille und Flosse) herumschwammen. In Ruhe darin sitzen war häufig Fehlanzeige. 

Auch noch einmal eine Art Sichtschutz o.ä. gab, damit man als Saunagast zwischen Sauna und Dusche hin- und her gehen kann, wäre großartig. Nicht jede*r möchte vielleicht an den Kindern vorbeilaufen, so wie Gott uns schuf… Alternativ oder generell würden wir uns hier feste Zeiten für, aber auch klar ohne Familien (bzw. Kinder) im Spa wünschen.

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Spa Bereich

KidsClub

In den deutschen Ferien bietet A-Rosa spezielle Familienreisen an. Auf diesen Reisen findet bis zu dreimal täglich Kinderanimation für 3- bis 15-Jährige und teils Rahmenprogramm statt. Auf der SENA spielte sich dies alles im Kids Club auf dem untersten Deck ab.

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Kidsclub

Unsere Reise war eine solche Familienreise, allerdings wurde explizit für Familien nicht wirklich ein Programm geboten. Der Kidsclub lief eher „im Keller“ parallel. Sehr schade war, dass die einzigen drei Programmpunkte, die man auch mit Kindern machen konnte, dann gleichzeitig zum Kidsclub Programm stattfanden. Die Kinder musste sich also zwischen der Kinderanimation und dem Programm oben an Deck entscheiden. Das hätte man auf jeden Fall besser abstimmen können!

Hier wäre auch schön, wenn tatsächlich Programm für Familien geschaffen würde – Familienturniere oder -Quizze, vielleicht sogar an Land mit kleinen Rallyes o.ä. Auch waren wir sehr erstaunt, dass gerade während der Landgänge die Kinderbetreuung ständig gekürzt wurde. Gerade, wenn man mal ohne Kinder von Bord gehen wollte und kleinere Kinder hat, die man noch beaufsichtigen muss, wäre dies sehr schwierig gewesen. 

Während unserer Reise fuhr eine professionelle Musicaldarstellerin mit, die neben einem eigenen Gesangsabend auch eine wunderbare Show mit den Kindern auf die Beine stellte. Von solchen Aktionen, bei denen die Kinder auch „oben auf dem Schiff“ integriert werden, hätten wir uns auf einer Familienreise mehr gewünscht.

Essen und Trinken

Spätestens beim ersten Abendessen zeigte sich, dass unter den circa 300 Passagieren an Bord lediglich die 30 Kinder und deren Eltern U60 waren. Die Atmosphäre – und das auch während der ganzen Reise – war wirklich sehr angenehm. Die ältere Generation schien aufrichtig froh über ein bisschen „Leben in der Bude“. Als Familie in einer Familienkabine und als Gruppe konnte man für die gesamte Reise einen festen Tisch reservieren. So hatten wir die ganze Fahrt über einen großartigen Blick aus dem Fenster und keine nervige Platzsuche zu jeder Mahlzeit. Je nach Essgewohnheit könnten allerdings die Öffnungszeiten des Restaurants etwas kurz sein. Das führte auch dazu, dass sich alle Passagiere immer gleichzeitig zum Abendessen begaben und es hier und da zu kleineren Wartezeiten am Buffett kam. Das Essen war richtig lecker und immer abwechslungsreich; es gab auch ein extra Kinderbuffet – an dem man häufiger Ü60 als tatsächlich Kinder sah.

Sowohl im Restaurant als auch an den Bars war der Service sehr überzeugend: immer auf Zack, sehr freundlich und stets einen netten Spruch oder ein Lächeln für die Kinder parat.

Da wir den Premiumtarif gebucht hatten (ich weiß gar nicht, ob man bei den Familienkabinen überhaupt wählen kann, fand ich aber mit den Kindern so auch viel entspannter), konnten wir die Barkarte rauf und runter probieren. Da ich selten Alkohol trinke, achte ich immer sehr auf das Angebot an nicht-alkoholischen Getränken. Hier überzeugte mich A-Rosa vollkommen: Nahezu alle Cocktails der Karte konnte man entweder mit oder ohne Alkohol bestellen. 

Entertainment

Wer Clubhotelatmosphäre und viel Animation sucht, ist auf der SENA definitiv falsch. Es gab zwar jeden Abend eine Disco/Party zu einem anderen Motto, letztendlich war es aber dann doch immer eine Mischung aus Tanztee und Schlagerparty. Darüber hinaus wurden Kreuzworträtsel-Wettbewerbe, ein Musik- und Kuriositätenquiz und ein Cornhole Turnier angeboten; Sportkurse keiner (das soll es aber auf anderen Reisen durchaus geben).

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Dordrecht

Landgänge

Wir wussten ja, dass Ausflüge über Reedereien auf Kreuzfahrten teuer sind, aber A-Rosa setzt hier eindeutig neue Maßstäbe. Wenn auch nicht unbedingt vergleichbar, da häufig individuell und privat und nicht für großen Gruppen buchbar, ist man schnell mehrere Hunderte Euro pro Tagesausflug ärmer. Diese Ausflüge buchen wir – egal auf welchem Schiff- aber ohnehin nie.

Auf dieser Reise hielten wir in Amsterdam, Rotterdam, Dordrecht und Antwerpen. Im Voraus hatten wir nicht viel für die Landgänge geplant. Wir sind einfach drauf los, wenn es das Wetter zuließ. Der enorme Vorteil einer Flusskreuzfahrt im Vergleich zu einer Hochseekreuzfahrt (gerade auch für Familien mit kleinen Kindern bzw. mit Kinderwagen) ist auf jeden Fall die deutlich geringe Distanz zu den jeweiligen Stadtkernen – man liegt jedes Mal mittendrin. So muss man nicht erst mit einem überteuerten Shuttle oder mit einer individuellen Bus-& Bahnfahrt ins Stadtzentrum „gurken“, sondern kann fußläufig einfach los.

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Kubushäuser in Rotterdam

Wie eingangs erwähnt, hatten wir bisher nur Erfahrung im Bereich Hochseekreuzfahrten. Dort ist es üblich, dass jede*r, der von Bord geht mittels seiner CruiseCard aus- bzw. einchecken muss. Das ist bei A-Rosa anders. Hier holt man an der Rezeption eine Landgangskarte und geht ohne Kontrolle an der Gangway von Bord. Man wird gebeten, die Landgangskarte bei Rückkehr sofort wieder abzugeben – das wird aber auch nicht kontrolliert. Lediglich vor dem Ablegen wird durchgezählt, ob alle Karten wieder an Ort und Stelle und somit alle Passagiere wieder an Bord sind. Das finde ich für Familien mit Kindern etwas gewöhnungsbedürftig – vor allem bei abenteuerlustigen Kindern, die die Betreuung eigenständig verlassen dürfen, deren Eltern aber vielleicht gerade alleine in der Stadt unterwegs sind oder in Ruhe saunieren.

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Antwerpen

Abreise

Aufgrund der Nähe zu unserem Wohnort hatten wir die Reise ohne An- und Abreisepaket gebucht. Da wir planmäßig wieder in Köln anlegen sollten, nicht weiter schlimm. Nun kam den Kölnern allerdings etwas dazwischen und das Schiff musste spontan in Düsseldorf ausschiffen. Auch dies war für uns nicht weiter tragisch, da wir genau in der Mitte von Köln und Düsseldorf wohnen. Für alle anderen Passagiere ohne An-und Abreisepaket war dies aber schon ärgerlich, denn jetzt sollten sie – falls nicht anders machbar – für den Transfer nach Köln bezahlen. Hier hätte ich mir mehr Kulanz gewünscht, damit man sich bei Abreise nicht ärgern muss.

Sonnenuntergang auf dem Rhein


Ansonsten war das Ausschiffen aber top organisiert und wir saßen nach kurzer Zeit im Auto Richtung zu Hause.

Es wird definitiv nicht unsere letzte Reise mit A-Rosa gewesen sein! 

In diesem Sinne: Ahoi!

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