
Nach fünf Jahren Urlaub in den Bergen, in der Ferne oder auf See war es nun wieder Zeit, für einen europäischen Strandclub. Also haben wir Anfang Oktober zehn entspannte, sonnige Tage im Osten der Algarve im Robinson Club Quinta da Ria verbracht – und waren ehrlich gesagt völlig überrascht, wie schön und gleichzeitig ruhig diese Region ist. Fernab der typischen Touristen-Hotspots wirkt hier alles gelassener, authentischer und weniger überlaufen. Gerade in der Nebensaison war das ein echter Pluspunkt für uns als Familie.
Aufgrund der wesentlich niedrigen Flugpreise ging es für uns diesmal von Brüssel auf nach Faro und dort mit dem Mietwagen ins 40km entfernte Vila Nova de Cacela.
Ankommen & Lage
Der Club liegt ruhig eingebettet zwischen Golfplätzen und einem Naturschutzgebiet. Schon bei der Ankunft hat uns die grüne, offene Umgebung begeistert. Wer Partymeilen und Trubel sucht, ist hier definitiv falsch. Wer Sonne, Natur und entspannte Tage schätzt, wird sich sofort wohlfühlen. Der Club gehört zur Kategorie „For All“, ist also keine explizierter Familienclub, was wir sehr genossen. Obwohl der Club an fünf Tagen Zimmertechnisch ausgebucht war, lag die Kinderanzahl in der Spitze nur bei 80 und die Menge an U7 war verschwindend gering. Das merkten wir vor allem an der ruhigen und angenehmen Atmosphäre am Pool und während der Mahlzeiten. Für uns ungewohnt, aber absolut nicht störend, waren die Vielzahl an englischen Gästen in dem deutschen Club – daher waren auch viele Sportkurse zweisprachig.



Auch wenn die Anlage als Strandclub gilt, ist der nächste Strand gut einen Kilometer entfernt. Das muss man vorher wissen, um direkt bei Anreise die erste Enttäuschung zu vermeiden. Theoretisch gut zu Fuß erreichbar, praktisch aber nur bei Ebbe. Bei Flut steht das Wasser zu hoch, um trockenen Fußes ans Meer zu kommen. Ab 09:00 Uhr fährt alle 30 Minuten ein Shuttle vom Club zum letzten Punkt des Festlandes und zurück. Von dort aus muss man (zumindest in der Nebensaison) durch den Priel laufen. Im Sommer fährt hier ein Boot zum vorgelagerten Strand.
Für uns war das aber kein Problem: Mit dem Mietwagen waren wir in rund zehn Minuten in Manta Rota. Der Strand dort ist lang, breit, wunderschön und – vor allem in der Nebensaison – angenehm leer. Ein echter Geheimtipp.


Zimmer: Sauber mit Retro-Charme
Gebucht hatten wir zwei Doppelzimmer „Single mit Kind“, bekommen haben wir dankenswerterweise ein Familienzimmer im Erdgeschoss des Hauses Faro bestehend aus zwei Doppelzimmer mit Verbindungstür. Insgesamt sind 285 Zimmer auf der gesamten Anlage mit mehreren zweistöckigen Gebäuden verteilt. Die Zimmer waren sehr sauber und geräumig, mit bequemen Betten und allem Nötigen für einen Familienurlaub. Das Interior stammt zwar eindeutig aus den 90ern – viel Holz, einfache Formen, kein modernes Design – aber für uns war das völlig okay. Schließlich haben wir die meiste Zeit draußen verbracht. Eins meiner Highlights bei Robinson: die Waschmaschinen und Trockner, die man kostenlos nutzen kann. Mit Kids, bei Sonnencreme und Schweiß ein absoluter Gamechanger!



Essen & Trinken
Kulinarisch hat uns der Club positiv überrascht. Frühstück und Abendessen waren abwechslungsreich, frisch und lecker. Es gab viel frisches Obst, gutes Brot, Salate, Fisch, Fleisch sowie vegetarische und Ayurvedische bzw. asiatische Optionen. Auch für die Kinder war immer etwas Passendes dabei.
Einziger Kritikpunkt: der Nachtisch. Die Desserts waren eher unspektakulär und geschmacklich kein Highlight. Dafür waren die Getränke wirklich gut – vom Cappuccino aus der Siebträgermaschine über Aperol Spritz bis hin zu Cocktailkreationen. Einziger Wermutstropfen: An den Bars hätte der Service manchmal etwas flotter sein dürfen, besonders am Abend.



Sport & Aktivitäten
Wer im Urlaub gerne aktiv ist, ist bei Robinson genau richtig. Vor allem Golfer kommen hier an der Algarve ganz auf ihre Kosten, was bei einem Großteil der Gäste klarer Buchungsgrund dieses Clubs sein dürfte. Denn hier gehört der Golfplatz zum Club. Doch es gibt auch Tennis, Paddel, Yoga, Fitnesskurse, Beachvolleyball, Cycling– das Angebot ist umfangreich, gut organisiert und muss im Vorfeld über die Robinson App ab 24 Stunden vorher gebucht werden. Wir haben einiges ausprobiert und waren begeistert, wie unkompliziert alles abläuft. Gleichzeitig gibt es genügend ruhige Ecken, um einfach in der Sonne zu liegen und zu entspannen.
Highlight für die Kids: Roby Club
Für unsere Kinder war der Roby Club das absolute Highlight des Urlaubs. Dreimal am Tag findet 1,5 bis 2 Stunden lang thematisch wechselndes Programm für groß und klein in unterschiedlichen Altersgruppen ab 3 bis 17 Jahren statt. Bei den jüngeren Kids bis einschließlich 6 Jahren muss das Programm über die App gebucht werden. Das Programm findet bei gutem Wetter überwiegen draußen statt, bei schlechtem Wetter bieten die Räumlichkeiten des ROBY Clubs aber auch tolle Möglichkeiten.
Sarah und Lukas, die beiden Betreuer unserer Kids, waren großartig – herzlich, engagiert und mit viel Spaß bei der Sache. Die Kids waren jeden Tag begeistert dabei, haben neue Freunde gefunden und sich richtig wohlgefühlt.
Der schönste Moment war wohl die große Kids-Show „Das Geheimnis des Leuchtturms“. Vier Tage lang wurde zweimal täglich 90 Minuten Text eingeübt, getanzt und geprobt. Am Abend des Auftritts standen unsere Beiden mit leuchtenden Augen auf der Bühne – ein Moment, den sie nicht vergessen werden.



Ausflüge & Umgebung:
Da wir einen Mietwagen hatten, haben wir mehrere kleinere Touren gemacht. Absolut empfehlen können wir:
Tavira, das Venedig der Algarve: Eine charmante Altstadt mit Kopfsteinpflaster, kleinen Cafés, alten Brücken und einem Wochenmarkt. Wir sind gemütlich durch die Gassen geschlendert und haben uns einfach treiben lassen. Keine Hektik, kein Gedränge – perfekt mit Kindern. (Parken kann man gut auf dem Parking Central Tavira, R. do Poço do Bpo. 6, 8800-412 Tavira)



Loulé, die heimliche Hauptstadt der Algarve: Etwas lebhafter, aber authentisch portugiesisch. Besonders schön war der Markt, auf dem es frisches Obst, Gemüse, Gewürze und regionale Spezialitäten gibt. (Parken kann man gut zentral in der Tiefgarage Parque de Estacionamento Municipal, R. José Afonso, 8100-552 Loulé)



Olhão, das authentische Portugal: Eine charmante Hafenstadt mit einer tollen Mischung aus Altstadt, Fischmarkt und moderner Promenade. Besonders schön war es, einfach am Wasser entlangzuspazieren und das maritime Treiben zu beobachten. Wer möchte, kann von hier aus auch mit der Fähre zu den vorgelagerten Inseln übersetzen.(Parken kann man gut und zentral in der Tiefgarage Estacionamento do Levante, R. da Conserveira A, 8700-157 Olhão)



Ein echter Pluspunkt: Die Parkpreise und Lebensmittelkosten vor Ort waren erstaunlich niedrig. Ein Stundenticket fürs Parken hat uns weniger gekostet als ein Kaffee von 1,40€. Auch Einkäufe und Snacks waren deutlich günstiger, als wir erwartet hatten.
Nebensaison = Ruhe pur
Was uns besonders gut gefallen hat: In der Nebensaison ist dieser Teil der Algarve angenehm ruhig. Keine Warteschlangen, keine überfüllten Strände, keine Parkplatzsuche. Wir konnten alles in unserem Tempo erleben – ein riesiger Vorteil, wenn man mit Kindern reist.
Fazit: Entspannter Familienurlaub mit Charme
Unsere zehn Tage im Robinson Quinta da Ria waren rundum gelungen. Die Anlage liegt wunderschön ruhig, das Essen ist lecker, das Sportangebot vielseitig, und die Umgebung hat uns positiv überrascht. Der 90er-Jahre-Stil der Zimmer und der eher mäßige Nachtisch sind kleine Abstriche, die für uns aber kaum ins Gewicht gefallen sind.
Die Kinder haben den Roby Club geliebt, die Ausflüge nach Tavira, Loulé und Olhão waren echte Highlights, und die Nebensaison hat den Urlaub wunderbar entschleunigt.
Unser Fazit: Wer Sonne, Ruhe und authentische Algarve-Erlebnisse sucht, ist hier genau richtig. Ein perfekter Ort für Familien, die Natur, Sport und entspanntes Reisen schätzen.
In diesem Sinne: Vejo você em breve!
Hilfreiche Links:
https://www.visitportugal.com/de
https://www.robinson.com/de/de/cluburlaub/portugal/quinta-da-ria/club-details
