Game, Set, US Open

Die Tennissaison 2026 ist in vollem Gange, und nun ist der perfekte Zeitpunkt, einen Ausflug zu einem der großen Turniere zu planen (falls ihr, wie wir, tennisbegeistert seid oder einfach nur neugierig). Dieses Vorhaben haben wir im Sommer letzten Jahres in die Tat umgesetzt!
Für uns ging es an einem schönen Spätsommer-Sonntag Ende August zu den US Open und es war fuer uns alle ein ganz besonderes Erlebnis – die Energie, das Tennis, die Zuschauer, die mehr an ein Outdoorkonzert als an steifes Tennis erinnern… und das alles mit einem Baby, einem 4-Jährigen und einem 6-Jährigen im Schlepptau. Hier erzählen wir, wie wir den Tag erlebt haben, und was ihr wissen solltet, wenn ihr einen US-Open Besuch plant und den Tag optimal genießen wollt:

Tickets und Preise

Da wir mit einem Baby und einem quirligen Kleinkind reisten, verzichteten wir auf offizielle Stadionpässe für uns alle und entschieden uns stattdessen dafür, uns aufzuteilen: Tickets fürs Gelände (was Zugang zu allen kleineren Stadien und allen Trainingsplätzen inkludiert) für mich, das Baby und unser 4-jähriges Kind sowie Tagestickets für das Arthur-Ashe-Stadion für unsere tennisbegeisterte 6-Jährige und meinen Mann, die die spannenden Achtelfinalspiele live miterleben wollten und ohne Probleme einem 3-stündigen Tennisspiel folgen können. Letztere berechtigen zum vollen Zugang zum Stadion und zu allen Spielen des Tages. Die Preise waren an diesem Sonntag recht hoch, spiegelten aber auch wider, dass das Turnier schon recht fortgeschritten und somit die Spiele auch recht hochklassigen waren: Reservierte Plätze im Ashe-Stadion kosteten auf den offiziellen Ticketlisten ab ca. 300 US-Dollar und auf dem Zweitmarkt für gute Sicht sogar noch mehr.

Gut zu wissen, wenn Ihr mit Kindern reist:

  • Kinder 2 Jahre alt und älter benötigen ein eigenes Ticket
  • Geländepässe sind eine etwas günstigere Möglichkeit, das Tenniszentrum zu erkunden, wenn Sie keine Sitzplätze im Stadion benötigen. Sie berechtigen zum Zugang zu allen Trainingsplätzen und Stadien außer Arthur Ash und Louis Armstrong.
  • Eine Mischung aus reinen Geländetickets und 2 Tickets mit Zugang zu den grossen Stadien war für uns die beste Lösung, um den Tag optimal zu nutzen (und dabei Geld zu sparen).

Profi-Tipp: Wenn Ihr zeitlich flexibel seid und nicht unbedingt die Top-Spiele sehen möchten, plant einen Besuch während der ersten Turnierwoche Ende August/Anfang September. Die sogenannte Fan Week ist für alle Besucher kostenlos und verwandelt das USTA Billie Jean King National Tennis Center in einen interaktiven Tennis-Paradies mit Live-Unterhaltung, Auftritten von Spielern, Trickshot-Shows, Autogrammstunden, Essensständen und Sponsorenaktionen. Die Fan Week ist die perfekte Gelegenheit für Fans jeden Alters – vom Gelegenheitsbesucher bis zum eingefleischten Tennisfan – die Faszination des Grand-Slam-Tennis zu erleben, ohne eine Eintrittskarte für ein Spiel zu benötigen. Ideal also für Familien oder Besucher, die die US Open erkunden möchten, bevor sie später im Turnier die kostenpflichtigen Spiele im Stadion besuchen.

Gut zu wissen:

Ein paar Dinge, die wir dabei hatten und auf keinen Fall missen wollten:

  • Sonnencreme und Hüte für alle: Mittags wird es ordentlich heiß, und Schattenplätze sind nicht garantiert. Denkt daran, ausreichend Sonnencreme zum Nachcremen mitzunehmen. Sonnenhut oder Kappe für die Kids ist auch eine sehr gute Idee!
  • Auffüllbare Wasserflasche: Auf dem Gelände gibt es Trinkbrunnen und Wasserspender, sodass man mit eigener Flasche nicht auf Getränkekäufe angewiesen sind.
  • Snacks für die Kinder: Da Essen (erwartungsgemäß) teuer ist und die Warteschlangen lang sein können, ist ein Müsliriegel in der Tasche Gold wert.
  • Vollgepackte Wickeltasche: Von Feuchttüchern und Windeln bis hin zu Sonnencreme, Hüten und Wechselschuhen – wir hatten alles dabei. Es ist ein langer Tag, deshalb wollte ich gut vorbereitet sein und den Tag nicht durch das Gejammer eines Kindes über eine Blase an den Füßen verderben lassen. Wir hatten auch eine kleine Picknickdecke für die Pausen dabei.
  • Kinderwagen und Babytrage: Wir haben hauptsächlich den Kinderwagen benutzt, um uns auf dem Gelände fortzubewegen, und das Baby dann in die Babytrage gesetzt, um ins Stadion zu gehen. Diese Lösung hat für uns gut funktioniert, und bei 30 Grad Außentemperatur war ich dankbar, sie nicht die ganze Zeit tragen zu müssen.

Unser Tag bei den US Open, von morgens bis abends

Morgens: Anreise und Erkunden des Geländes

Ich empfehle, früh da zu sein, um langen Warteschlangen zu vermeiden. Die Tore des Geländes öffnen um 9:30 Uhr. Wir waren kurz vor 10 Uhr dort und hatten Glück, noch vor dem großen Ansturm hineinzukommen. Wir haben ein Uber von unserem Hotel am Times Square genommen (da wir einen Wochenendtrip gemacht haben, wollten wir etwas Zentrales, um noch mehr Sehenswürdigkeiten besichtigen zu können), aber im Nachhinein hätten wir genauso gut die Bahn nehmen können – dazu später mehr. Das Gelände der US Open liegt in Flushing, New York, direkt vor den Toren von Queens. Plant also etwa eine Stunde Fahrtzeit von Manhattan und eine teure Taxifahrt ein (wir haben ungefähr 100 Dollar bezahlt).

Der Uber-Haltepunkt ist zentral gelegen und die gute Beschilderung weist den Weg zu den nächstgelegenen Eingängen. Nehmt Euch nachdem Ihr die Sicherheitskontrolle passiert habt, etwas Zeit, um Euch mit dem Gelände des USTA Billie Jean King National Tennis Center vertraut zu machen. Es ist recht weitläufig, mit dem Arthur Ash Center als zentralem Stadion in der Mitte und verschiedenen Trainingsplätzen links und rechts. Der große Platz direkt vor dem Arthur Ash Center ist ideal, damit sich die Kleinen vor einem langen Tennismatch austoben können.

Erwischt ein paar Nachwuchsspieler und Stars während der Trainingseinheiten

Eins der Highlights an einem Tag bei den US Open ist, dass man einige der größten Namen im Tennis hautnah auf dem Trainingsplatz erleben kann. Wir konnten sogar ein Autogramm von Amanda Anisimova ergattern, die später im selben Jahr im Damenfinale stand. Wenn man früh morgens ankommt, stehen die Chancen besonders gut, dass Alcaraz, Sinner oder Sabalenka gerade ihr Morgentraining absolvieren und man einen Platz in der ersten Reihe ergattert. Aber Vorsicht: Das ist kein Geheimnis mehr, und als wir endlich mitbekamen, dass Alcaraz trainierte, war die Schlange an der Tribüne der Trainingsplätze genauso lang wie die Schlange vor einem Stadion der Eras Tour…

Profi-Tipp: Ladet Euch die US Open App im Voraus herunter und nutzt sie, um Euch mit dem Trainingsplan des Tages vertraut zu machen. So könnt Ihr rechtzeitig am Trainingsplatz sein und lange Warteschlangen vermeiden sowie verhindern, dass die Kinder in der fünften Reihe stehen und keine gute Sicht auf den Platz haben.

Mittag und Nachmittag – Mittagessen, Honey Deuce und Arthur Ashe

Nachdem wir den Vormittag damit verbracht hatten, aufstrebende Tennisprofis und bekannte Namen beim Training zu beobachten und mein Ältester und mein Mann das erste Spiel im Arthur-Ashe-Stadion gesehen hatten, trafen wir uns zum Mittagessen auf der South Plaza. Rundherum gibt es unzählige Essensmöglichkeiten, und zwischen dem Arthur-Ashe- und dem Louis-Armstrong-Stadion erstreckt sich ein ganzes Food-Village mit Angeboten für so ziemlich jeden Geschmack und jede Ernährungsweise. Meine Kinder waren mit Chicken Tenders und Pommes und anschließend einem Eis mehr als zufrieden. Wichtig zu wissen: Ende August ist es in New York heiß – sucht Euch also mittags einen ruhigen, schattigen Platz, sei es an einem der Tische auf dem Gelände oder auf einem der ruhigeren Außenplätze. Vermeidet außerdem die Zeiten, in denen gerade Spiele auf einem der beiden großen Plätze zu Ende gegangen sind, denn dann werden die Food-Courts regelrecht überrannt – wie wir selbst erfahren mussten.

Nach dem Mittagessen gingen mein Ältester und mein Mann zurück ins Arthur-Ashe-Stadion, um Carlos Alcaraz‘ Sieg über Arthur Rinderknech zu sehen, während wir anderen weiter das Gelände erkundeten. Zahlreiche Marken hatten sich rund um die Trainingsplätze mit Pop-up-Ständen und unterhaltsamen, interaktiven Spielen für Kinder und Erwachsene präsentiert. Das sorgte für beste Unterhaltung und dafür, dass sich alle außerhalb des Stadions genauso wohlfühlten wie drinnen.

Das Arthur Ashe Stadion ist definitiv einen Besuch wert (wenn man nicht gerade mit Baby und einem quirligen Vierjährigen unterwegs ist). Das Stadion ist riesig und die Atmosphäre einfach fantastisch. Die Fans sind mitreißend und verleihen dem ganzen Tennisspiel einen Hauch von großem Open-Air-Festival – viel weniger steif und langweilig. Und unbedingt einen der berühmten Honey Deuce Cocktails probieren – die 23 Dollar sind es fast wert.

Die Zeit läuft ab… Zeit, nach Hause zu gehen

Nach dem klaren Sieg von Alcaraz im zweiten Tagesspiel schlenderten wir noch etwas umher. Die Atmosphäre bei den US Open ist schwer zu beschreiben, vergleichbar mit einem großen Musikfestival. Es herrscht definitiv eine ganz eigene, fröhliche und unterhaltsame Stimmung, sodass man mit Herumlaufen, ein paar Spielen anschauen und interaktive Spiele spielen locker ein paar Stunden verbringen kann. Wir machten noch einen letzten Stopp im Souvenirladen und traten dann gegen 18:30 Uhr den Heimweg an – das war dann auch das Maximum, was mit drei kleinen Kindern moeglich war. Die Kids haben aber in Anbetracht der Hitze, des vielen Wartens und Rumstehens wirklich super mitgemacht! Für den Heimweg beschlossen wir, Geld zu sparen und einfach die U-Bahn zu nehmen. Mit der Linie 7 kommt man direkt nach Manhattan, und das ist viel günstiger als ein Uber. Wenn man das Gelände durch das Osttor verlässt, ist der Weg zur U-Bahn gut ausgeschildert und leicht zu finden. Die Fahrt bis zum Times Square dauerte etwa 50 Minuten.

Fazit

Ein Besuch der US Open mit Kindern ist absolut machbar und macht richtig Spaß – selbst mit Baby und Kleinkindern. Dank erstklassigem Tennis, mitreißender Atmosphäre und vielen Attraktionen abseits des Hauptstadions wird es zu mehr als nur einem Sportevent – ​​es ist ein rundum gelungener Familienausflug.

In diesem Sinne:

Spiel, Satz, Sieg — und bis zum nächsten Jahr!

Hilfreiche Links:

https://www.usopen.org/index.html

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