Auf den Spuren der Römer – ein Wochenende in der Villa Hügel in Trier

Der Dom von Trier

Nachdem es das letzte Mal für mich und meine Freundin in meiner familienfreien Zeit nach London ging, war diesmal Wellness angesagt. Zumindest thematisch, inhaltlich können wir nie lange genug stillhalten, um nicht doch irgendwann die nähere Umgebung zu erkunden. Wir wollten mit dem Auto anreisen und nicht länger als 2,5 Stunden fahren. Bei meiner Suche nach einer geeigneten Unterkunft stieß ich auf die Villa Hügel, ein Boutique-Hotel samt Wellness-Bereich im Trierer Süden. Das Hotel bietet zwar auch Familienzimmer an, der Spa-Bereich ist allerdings größtenteils den Erwachsenen vorbehalten. Die knapp 200km Fahrt überstanden wir ohne größeres Verkehrsaufkommen, aber aufgrund der vielen Kilometer Landstraße doch hinter dem ein oder anderen langsameren LKW. Wir hatten Glück und ergatterten bei unserer Ankunft einen der wenigen Parkplatze an der Straße unmittelbar neben dem Hotel.

Ein kleiner Stadtbummel 

Das Hotel selbst verfügt über eine Handvoll kostenfreier Stellplätze und eine kostenpflichtige Tiefgarage. Da unser Zimmer noch nicht bezugsfrei war, entschieden wir uns nach dem üblichen Papierkram bei Check-in und Abgabe des Gepäcks für einen Spaziergang in die Innenstadt. Vom Hotel aus ist man in rund 10 Minuten im Zentrum und in circa 20 Minuten an der Porta Nigra. Auf dem Weg dorthin stößt man schon auf allerhand Ausgrabungsstellen und römische Gebäude. Im Zentrum selbst findet man die üblichen Verdächtigen an Einzelhandels- und Fastfoodketten, in den teils sehr schönen alten Gebäuden untergerbacht. Touristische Highlights sind vor allem der Dom und die Porta Nigra. Zwei Stunden später waren wir überzeugt, jeden relevanten Winkel Triers gesehen zu haben, und machten uns auf den Weg zurück ins Hotel.

Die Porta Nigra

Unser Doppelzimmer war mittlerweile fertig und das Gepäck bereits dorthin gebracht worden. Die Rezeptionistin führte uns ein wenig im Haus herum und dann zu unserer Schlafstätte in den zweiten Stock des Altbaus. Die Zimmer haben in der Villa Hügel keine Nummern, sondern Städtenamen – so bezogen wir passenderweise das Zimmer „Köln“. Das Zimmer und das Bad waren recht altmodisch eingerichtet, aber super sauber. Nirgends war auch nur eine Fluse zu finden, alles war mit Liebe zum Detail hergerichtet. Und selbst die Vorhänge wurden am nächsten Tag vom Zimmerservice wieder korrekt in Falte gelegt.

Das Hotel und seine Kulinarik 

Wir hatten das Doppelzimmer mit Verwöhn-Pension gebucht, welche neben Frühstück eine Tea-Time und ein 3-Gänge-Menu am Abend im hauseigenen Restaurant beinhaltete. Die Tea-Time, während der man nicht nur aus verschiedenen Teesorten, sondern auch Kaffeespezialitäten und ein Stück sehr leckerer Torte wählen kann, wird zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr angeboten. Das kam uns nach der Fahrt und dem ausgedehnten Spaziergang gerade recht. Frisch gestärkt ging es für uns in den Spa-Bereich: auf insgesamt vier (dank der einzelnen Anbauten etwas verwinkelten) Etagen findet man neben dem Infinity-Pool mit Blick auf Trier und dem kleinen Hallenbad auch eine Saunalandschaft samt Infrarotkabinen und unterschiedlichen Sitz- und Liegegelegenheiten. Gemessen an der theoretisch vorkommenden Gästeanzahl erschienen uns die Anzahl der Liegen allerdings recht wenig, wenngleich wir überall (wenn auch nicht immer nebeneinander) etwas fanden. Etwas später zogen wir uns für das Abendessen um und waren neugierig, was das bestens bewertete und auch für Nicht-Hotelgäste nutzbare Restaurant für uns bereithielt. Und wir wurden an beiden Abenden nicht enttäuscht: das gebuchte 3-Gänge-Menu konnte man aus jeweils zwei Vor- und Hauptspeisen und einer Nachspeise zusammenstellen – ein wahrer Gaumenschmaus! An der kleinen, aber feinen Bar nahmen wir noch einen Schlaftrunk und fielen dann glücklich ins Bett.

Unser Dachzimmer „Köln“ in der 2. Etage der Villa

Am nächsten Morgen begaben wir uns dank sehr ausgedehnter Frühstückszeiten (Am Wochenende bis 12:00 Uhr!) in aller Ruhe zu Tisch. Und was soll ich sagen?! Die Auswahl und Qualität an Speisen schafft es mit Leichtigkeit in meine Top 3 Frühstücksknaller. Über Champagner und Sekt, frisch zubereiteten Waffeln und frischen Backwaren, Antipasti und verschiedene Räucherfische, diverse Sorten an Honig und Marmelade bis hin zu Roastbeef und Wildaufschnitt wurde neben den Standarddingen alles angeboten. Eine Reihe von Eierspeisen konnte man sich darüber hinaus frisch zubereiten lassen. Ein Traum! Und so reichlich, dass man es locker ohne Mittagessen bis zur Tea Time schafft.

Ein Teil unseres Abendmenüs 

Auf nach Luxemburg

Nach dem reichhaltigen Frühstück hatten wir natürlich schon wieder Hummeln im Hintern und fuhren ins 40 Minuten entfernte Luxemburg Stadt. Zu meiner Schande musste ich feststellen, dass ich eigentlich gar nichts über das kleine Land, geschweige denn seine Hauptstadt wusste. Wir fuhren aber einfach mal drauf los. Wir fanden ein sehr zentrales Parkhaus und marschierten von dort mit Google Maps aus los. Allerdings hatten wir so etwas auch noch nicht erlebt: Bei Google Maps wurden Sehenswürdigkeiten an falschen Stellen angezeigt, ständig kamen wir nicht dort an, wo wir wollten, und hätten beinahe die Unterstadt nicht gefunden. Das war eine seltsame und ganz neue Erfahrung, da die Highlights der Stadt als solches auch nicht besonders gut ausgeschildert waren. Dennoch hat uns das kleine und sehr saubere Städtchen sehr gut gefallen. In der Oberstadt befinden sich neben dem Dom auch die Haupteinkaufsstraßen samt Galeries Lafayette und Ladurée. Wer wie wir nicht laufen möchte, gelangt mit dem Aufzug neben dem Parkhaus St. Esprit in die Unterstadt am Fluss, wo man viele kleine Cafés und Restaurant direkt am Wasser sowie das Naturkundemuseum findet. Da wir noch zurück im Hotel den Nachmittag mit der Tea Time einläuten und im Wellnessbereich ausklingen lassen wollten, machten wir uns nach zwei Stunden wieder auf den Rückweg.

Die verschiedenen Wellness-Bereiche

Dort angekommen genossen wir nach Tee und Kuchen die Ruhe im Nebenraum des Infinitypool, bevor wir uns vom Abendessen verzaubern ließen. Denn wie auch in allen Bereichen des Hotels, war nicht nur das Essen im Restaurant super, sondern auch der Service absolute spitze: Immer auf zack und mitdenkend, sehr zuvorkommend, motiviert und freundlich. Und das „trotz“ eines recht jungen Personals, wovon bestimmt die Hälfte noch in Ausbildung waren. Chapeau!

Nach einer weiteren Nacht und einem zweiten grandiosen Frühstück ging es für uns (leider) schon wieder nach Hause, ich freue mich aber jetzt schon aufs nächste Mal!

In diesem Sinne: Alla dann!

Hilfreiche Links:

https://www.trier-info.de

https://www.luxembourg-city.com/de

https://www.hotel-villa-huegel.de

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