Baby, it‘s cold outside…. London in der Vorweihnachtszeit

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Christmaslights in der Londoner Innenstadt

So sehr ich auch die Zeit mit meiner Familie genieße, bin ich ab und an dankbar für eine kleine Auszeit. Diese nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen an einem (verlängerten) Wochenende oder in den Schulferien mit einer meiner engsten Freundinnen. Thema ist meist im Wechsel Wellness und Städtetrip. Der Fokus dieser Ausflüge liegt ganz bewusst auf Aktivitäten für Erwachsene, daher wird es in diesem Beitrag keine Informationen zur Machbarkeit mit Kindern geben. Falls Ihr dennoch Fragen dazu habt, meldet Euch gern bei uns!

Es sollte diesmal London im November 2023 werden. Zwar war ich schon wenige Male in London gewesen, aber noch nie während der Vorweihnachtszeit. Ich stellte mir die geschmückte und beleuchtete Stadt vor allem in den Abendstunden so schön vor. Ich hatte auch nichts dagegen, auf den Einkaufsstraßen die ersten Weihnachtsgeschenke zu ergattern. Auch wollten wir den ein oder anderen kulinarischen Trend testen.

Viele Wege führen nach London

Die Idee kam uns relativ spontan, sodass wir bei Flügen und Hotel nicht noch auf Schnäppchen warten konnten. Zwar ist der Eurostar von Köln über Brüssel auch eine Alternative, da von der Anreisedauer ähnlich, aber in unserem Fall wesentlich teurer. So buchten wir, was noch ins Budget passte und befanden uns wenig später an einem Freitagnachmittag am Flughafen KölnBonn. Wir waren doch sehr überrascht, welche Menschenmengen sowohl hier als auch später am Flughafen Stansted unterwegs waren. Wir hatten zwar für die Sicherheits- und Passkontrolle Zeit eingeplant, kamen aber dennoch gerade pünktlich zum Einsteigen.

Der Flughafen London Stansted liegt recht weit außerhalb von Londons Innenstadt, ist aber dank Express Zug, der alle 15 Minuten fährt, trotzdem gut angebunden. Je nachdem, wo man in der Stadt untergebracht ist, bietet es sich an, entweder Tottenham Hale oder Liverpool Street auszusteigen und von dort aus die U-Bahn oder den Bus zu nutzen. Den öffentlichen Nahverkehr in London kann man mittlerweile nur noch bargeldlos bezahlen. Doch ein bestimmtes Ticket oder die Oyster Card braucht man dennoch nicht. Man kann mit Kreditkarte oder Smartphone kontaktlos bezahlen. Das System berechnet pro Tag den entsprechenden Tarif nach Anzahl der genutzten Verkehrsrouten und -mittel und bucht maximal die Höhe eines Tagestickets ab. Das ist superpraktisch.

Das beste Fish&Chips der Stadt

Da unser Hotel in der Nähe der Waterloo Station lag, ging die Bahnfahrt für uns bis Tottenham Hale und von dort mit der U-Bahn über Oxford Circus, bis wir von der Haltestelle Lambeth North fast schon ins Park Plaza Hotel London Waterloo (6 Hercules Road, London SE1 7DP) fielen. Insgesamt waren wir dann doch ganze sieben Stunden von Haustür zu Haustür unterwegs. K.o. von Arbeitstag und Anreise, checkten wir kurz im Hotel ein, bezogen unser Zimmer und aßen um die Ecke des Bahnhofs Waterloo ganz klassisch Fish&Chips in der Fishcotheque (79A Waterloo Road, London SE1 8UD). Die Fish& Chips sollten mit die besten der Stadt sein; wir fanden sie zwar ganz lecker, aber mit Luft nach oben. Durch den steigenden Fischpreis sind die Preise für das typisch britische Gericht auch ganz schön gestiegen. Danach ging es für uns noch schnell zum Supermarkt ein wenig Wasser für die kommenden Tage einkaufen und dann direkt ins Bett. In der Umgebung des Hotels befinden sich außer zwei kleinen 24/7 Supermärkten auch einige Cafés, Restaurants und Pubs. Man kann sich also in direkter Nachbarschaft auch außerhalb des Hotels gut versorgen.

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Studio Zimmer im Park Plaza London Waterloo

Park Plaza London Waterloo

Unser Doppelzimmer war ein sogenanntes Studio Zimmer mit Kingsize Bett und einer optional ausziehbaren Schlafcouch. Es lag im siebten Stock zur Straße, nicht zu den Gleisen und war modern eingerichtet, wenn auch an einigen Stellen in die Jahre gekommen – vor allem im Badezimmer. Leider empfanden wir die Geräusche der Lüftung und der Rohre als ziemlich laut und störend. Auch schienen die Wände recht dünn zu sein, sodass man die Gespräche aus Nachbarzimmer und Flur deutlich hören konnte.

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Drunch Mayfair

Unsere kulinarische Reise durch London

Da wir das Hotel ohne Frühstück gebucht hatten, führte uns unsere kulinarische Reise am nächsten Morgen ins Drunch Mayfair (1 Woodstock Street, London W1C 2AA) unweit der Haltestelle Bond Street auf der Oxford Street. Das klitzekleine Café lag in einer ruhigen Seitenstraße und hatte innen wie außen eine sehr begrenzte Anzahl von Tischen. Da man dort nicht reservieren konnte, mussten wir mit dem letzten Außentisch unter einem Heizstrahler vorliebnehmen. Nach uns bildete sich mit der Zeit schon eine ganz schöne Warteschlange. Wenig später konnten wir dann doch an einen innenliegenden Tische wechseln. Da leider die Tür permanent offenstand, blieb der erhoffte Temperaturanstieg leider aus. Auf dem Weg zur Toilette kam man an dem ein oder anderen Foto-Spot vorbei, der zum Instagram-Posten einlud. Nach einem Blick auf die digitale Speisekarte, die man mittels QR Code auf dem Smartphone aufrufen konnte, entschieden wir uns für eine heiße Schokolade und ein Avocado-Brot. Das Essen war ok, der Kakao sehr lecker. Gestärkt konnten wir danach unsere geplante Shopping Tour beginnen. Wir liefen die Oxford Street entlang und verbrachten sehr viel Zeit in Selfriedges.

Bepackt mit Mitbringsel für die Lieben daheim, holten wir uns zu Mittag eine Bowl bei Poke House (32 Maddox St, London W1S 1PU). Wir waren also wirklich nicht weit gekommen… Die Straßen wurden zunehmend voller und bald bekamen wir ein Gefühl dafür, wie viele Menschen auf die gleiche Idee gekommen waren, London Mitte November einen Besuch abzustatten. Im Disneystore wurde man nur noch von Menschenmassen durchgeschoben und so verloren selbst wir als eingefleischte Shopping-Liebhaberinnen nach wenigen Stunden die Lust. Wir fuhren ins Hotel zurück und legten die Beine vor den Abendessen noch einmal hoch.

Für abends wir hatten einen Tisch in einem der fünf Restaurant von Ottolenghi reserviert. Auch hier in Deutschland ist der Israelisch-britische Koch nicht zuletzt durch seine orientalisch-israelischen Kochbücher mittlerweile recht bekannt. Wir waren ganz gespannt, welche ausgefallenen Spezialitäten uns erwarteten. Mit dem Bus fuhren wir zur Liverpool Street und liefen von dort aus zum etwas versteckten Ottolenghi Spitalfields (50 Artillery Lane, London E1 7LJ). Die Speisekarte las sich wunderbar, der Service war top und so teilten wir uns bei einem Mocktail insgesamt sieben der tapasartig angerichteten Speisen. Sehr empfehlenswert!

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Ottolenghi Spitalfields

This time of the year….

Da wir ja vor allem London wegen der weihnachtlichen Beleuchtung ausgesucht hatten, wollten wir diese auch in ihrer vollen Pracht bestaunen. Auf die typischen Hop on Hop off Busse hatten wir keine Lust, so kamen wir auf die Idee via Bolt ein Taxi zu bestellen und einfach mehrere Stopps einzupflegen, bevor das Fahrtende im Hotel sein sollte. Gesagt, getan. Es dauerte zwar einige Minuten, bis ein Fahrer unsere Route annahm, aber wenig später saßen wir im Auto Richtung Regent Street. Leider nicht unsere beste Idee, denn offenbar waren alle Besucher an diesem Wochenende Richtung Innenstadt unterwegs. So standen wir mehr als wie fuhren und vereinbarten wenig später mit dem Fahrer, dass er uns am Piccadilly Circus rauslassen sollte und wir die Weihnachtslichter dann doch zu Fuß erkunden würden. Wer am letzten Dezemberwochenende schon mal in der Kölner Innenstadt einkaufen gehen wollte, hat eine grobe Vorstellung davon, wie voll Londons Straßen rund um Regent und Oxford Street waren. Zurück ging es dann zu später Stunde doch wieder mit der U-Bahn.

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CA Japanese Pancakes

Es lebe Instagram

Am zweiten Morgen fanden wir uns zum Frühstück ganz in der Nähe des Victoria Bahnhofes wider. Erneut auf wärmste Empfehlung hin und trotz reserviertem Tisch wieder unter der Plane vor dem noch kleineren Innenraum – wenn man diesen überhaupt als solchen bezeichnen konnte. Im CA Japanese Pancakes (324 Vauxhall Bridge Road, London SW1P 1NH) gibt es Soufflé Pancakes, die laut eigener Aussage weit und breit seines Gleichen suchen. Auch hier war wie am vergangenen Tag das Gastrokonzept klar auf die Produktion von Instagramfähigem Content und weniger auf gemütliches Frühstücken ausgerichtet. Dennoch waren sowohl das Croissant mit Avocado als auch die „We love Chocolat“ – Pancakes lecker – die heiße Schokolade war nicht so toll.

Dank des für britische Verhältnisse sehr schönen Novemberwetters zogen wir kurze Zeit später satt weiter und starteten unsere Tour zu einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Völlig unbedarft ging es Fuß für uns zunächst zum Buckingham Palace. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto größer wurde die Menschenmenge vor uns. So bekamen wir wenig später und völlig ungeplant die letzten Züge der Wachablösung mit. Vermeintlich dem Strom der Menschen entkommend, marschierten wir zur Westminster Abbey und von dort weiter zum Big Ben. Auch dort und auf der Westminster Bridge war ein Durchkommen schier unmöglich. Wir wollten aber gern noch ein Foto von der Tower Bridge schießen. Also schmissen wir Google Maps an, wo uns eine Alternative mittels Fluss Bus angeboten wurde und das zum üblichen Bus- bzw. U-Bahntarif. Gott sei Dank. Rein ins Boot am Westminster Pier, legten wir wenige Minuten später am Tower Millennium Pier an und konnten die gewünschten Fotos machen. Den Gang über die Brücke selbst sparten wir uns aufgrund der vielen Menschen. Zurück fuhren wir erneut mit dem Schiff bis London Bridge Pier, stärkten uns mit einem Snack von Ole & Steen bzw. nebenan bei Leon (56, No 2 Haymarket, St James’s Market, London SW1Y 4RP) und fuhren von der Haltestelle London Bridge mit der U-Bahn wieder ins Hotel.

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Schwimmbad im Park Plaza London Waterloo

Ein wenig durchatmen

Am Nachmittag testeten wir den Spa Bereich des Hotels. Mittels webbasierter App musste man sich im Vorfeld ein 45-minütiges Zeitfenster für den kleinen Spa-Bereich reservieren. Insgesamt wurden es maximal 15 Plätze gleichzeitig vergeben. Wo die 15 bei lediglich sechs Liegen alle Platz finden sollten, war uns ein Rätsel. Da es auf unserem Zimmer weder Bademantel noch Slipper gab, gingen wir also mit normaler Straßenkleidung runter und zogen uns dort um. Im sehr kleinen Spa Bereich gibt es ein Schwimmbad, eine Sauna und ein Dampfbad. Vor allem die Gummierungen und Holzflächen waren stark in die Jahre gekommen. Die Sauna war außer Betrieb. Wir waren die einzigen in unseren Zeitfenster und blieben einfach etwas länger. Später kamen noch zwei Pärchen dazu und wir gingen aufs Zimmer, um uns fürs Abendessen fertig zu machen. Wer ein Wellnesshotel sucht, ist hier definitiv falsch, aber um mal eine Runde zwischen Shopping und Sightseeing zu schwimmen, reicht es.

Hoch hinaus

Natürlich wieder auf Empfehlung ging es zum Abendessen für uns mit dem Bus ins 14 Hills (120 Fenchurch St, London EC3M 5AL) im Bankenviertel. Vom 14. Stock hatte man trotz diverser Baukräne einen schönen Blick auf die Bank- und Geschäftsgebäude bis hin zur Tower Bridge. Das Interieur ist einem Garten nachempfunden und sehr stimmig. Nach einem Mocktail an der Bar ging es zu unserem reservierten Tisch direkt am Fenster. Wir wählten insgesamt drei Gänge, die alle top waren. Auch der Service war sehr gut. Pappsatt starteten wir erneut mit dem Bus, diesmal in Richtung Covent Garden zu Teil zwei unserer Weihnachtsbeleuchtungs-Tour. Auch sonntagsabends war die Innenstadt noch voller Menschen. Wir schossen ein paar schöne Fotos und machten uns mit der U-Bahn auf den Weg zurück ins Hotel. Auf dem Rückweg fiel mir ein, dass ich doch noch unbedingt den Graffiti Tunnel nahe des Bahnhofs Waterloo sehen wollte. Also stiegen wir eine Station vor dem Hotel aus und schlenderten eine Runde durch die Leake Street Arches. Auf dem Rückweg zum Hotel machten wir einen kleinen Abstecher zum Supermarkt, um unseren Familien ein bisschen Cadbury Schokolade und Tee mitzubringen.

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14 Hills

Alles hat ein Ende

Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Tage, entschieden wir uns am letzten Tag für das Hotelfrühstück. Dieses war wie üblich in Buffetform aufgebaut. Für gut 18€ fand man ein ausgewogenes, wenn auch qualitativ eher mittelmäßiges Frühstück vor. Für den Preis bekommt man vermutlich in der direkten Umgebung auch etwas Besseres…

Und ehe wir uns versahen, mussten wir schon wieder den Rückweg nach Deutschland antreten. Und erneut waren wir völlig erstaunt, was am Flughafen los war… 

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Leake Street Arches

Unser Fazit

Es scheint bei den aktuellen Café-/Restaurantbewertungen durchaus üblich zu sein, den „Instagram-Content-Faktor“ mit einzubeziehen. Anders können wir uns nicht erklären, warum unsere Frühstückscafés so gefragt waren… Ottolenghi und 14 Hills können wir aber uneingeschränkt empfehlen…

Das Hotel ist in puncto Anbindung und Service absolut spitze, da kann man über den ein oder anderen Mangel im Badezimmer und Spa-Bereich vielleicht hinwegsehen. Nur die Lautstärke im Zimmer hat uns dann doch gestört…. 

Die Stadt war bereits Mitte November unfassbar voll, das hat uns hier und da ein wenig die Laune verdorben. Wer mit Menschenmassen ein Problem hat, ist hier zu dieser Jahreszeit leider falsch, auch wenn London eigentlich immer eine Reise wert ist.

In diesem Sinne: Bye, bye!

Hilfreiche Links:

https://www.visitlondon.com/de

https://tfl.gov.uk

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