

New Orleans stand schon lange auf meiner Liste. Diese ganz besondere Mischung aus Südstaaten-Flair, Jazz, Blues, Voodoo, französischer Architektur und einer gehörigen Portion „ein bisschen anders als der Rest der USA“ hat mich schon immer neugierig gemacht. Und so startete meine große USA-Reise diesmal mit einem kleinen Abenteuer: vier Tage New Orleans – ganz allein.
Danach ging es für mich weiter nach Texas, wo ich meine Tochter während ihres Austauschjahres besuchen wollte. Aber bevor ich mich für neun Tage ins texanische Abenteuer stürzte, hieß es erst einmal: Laissez les bons temps rouler!
Von Houston nach New Orleans
Meine Reise begann mit dem Flug über Houston nach New Orleans. Aufgrund des damaligen Government Shutdowns und der Befürchtung, dass an den Einreiseschaltern wegen Personalmangels besonders lange Wartezeiten entstehen könnten, hatte ich für meinen Umstieg extra großzügig Zeit eingeplant. Im Nachhinein: Das wäre gar nicht nötig gewesen.
Die Einreise verlief völlig problemlos und so hatte ich plötzlich mehrere Stunden Zeit, die ich irgendwie totschlagen musste. Glücklicherweise konnte ich dank meiner Kreditkarte in die Air France Lounge und dort die fünf Stunden bis zu meinem Weiterflug ganz entspannt verbringen.
Später am Abend ging es dann endlich weiter nach New Orleans. Gegen 20 Uhr war ich schließlich im Hotel angekommen.


Mein Hotel im French Quarter
Übernachtet habe ich im Renaissance New Orleans Pere Marquette French Quarter Area Hotel.
Die Lage war für meine vier Tage in New Orleans wirklich perfekt. Das Hotel liegt mitten in der Stadt, nur wenige Meter von der Bourbon Street und der Canal Street entfernt. Mein Zimmer war groß und komfortabel und auch der erste Eindruck vom Hotel war sehr gut.
Allerdings muss ich auch ganz ehrlich sagen: Mein erster Spaziergang durch die Straßen rund um das Hotel hat mich durchaus erschreckt.
New Orleans ist eine faszinierende Stadt, aber gleichzeitig auch eine Stadt mit sehr sichtbaren sozialen Problemen. Gerade rund um die touristischen Gegenden begegnet man vielen obdachlosen Menschen und Menschen mit offensichtlichen Drogenproblemen.
Als Frau allein würde ich deshalb keinesfalls im Dunkeln abseits der belebten Hauptstraßen unterwegs sein. Auf den touristischen Straßen und in den belebten Gegenden habe ich mich dagegen gut aufgehoben gefühlt.


Mein erster Tag: French Quarter, Mississippi und ganz viel Musik
Am nächsten Morgen startete ich ganz entspannt in einem Café in der Nähe meines Hotels. Mit einem Joghurt zum Mitnehmen machte ich mich anschließend auf, die Stadt zu erkunden. Mein Ziel: das berühmte French Quarter. Und genau so hatte ich mir New Orleans vorgestellt. Historische Gebäude, schmiedeeiserne Balkone, bunte Fassaden und überall Musik. Die historischen Straßenbahnen passen perfekt in das Stadtbild und sind mit gerade einmal 1,25 US-Dollar außerdem ein unglaublich günstiges Verkehrsmittel.
Ich lief bis zum Mississippi und beobachtete dort, wie ein altes Dampfschiff mit seinem großen Schaufelrad langsam startete. Ein wirklich besonderer Anblick, der mich an Tom Sawyer und Huckleberry Finn denken ließ! Anschließend ging es vorbei am berühmten Café du Monde und weiter zum French Market mit seinen vielen kleinen Ständen. Bei Loretta’s probierte ich natürlich die berühmten Beignets. Die frittierten Teigteilchen gehören zu New Orleans einfach dazu und sind mit den verschiedenen Füllungen und einer ordentlichen Portion Puderzucker ein echtes Muss.



Jazz, Blues und die Drehorte von „The Originals“
Zurück ging es anschließend zu Fuß durch das French Quarter. Natürlich durfte dabei auch die Bourbon Street nicht fehlen. Je weiter der Tag voranschritt, desto lebendiger wurde die Stadt. Ab dem frühen Nachmittag spielten die ersten Straßenmusiker Jazz und Blues an den beliebten Plätzen. Die Bars erwachten langsam zum Leben und aus jeder Tür und jedem Fenster schien Musik zu dringen. Genau diese Mischung hatte ich mir von New Orleans erhofft.
Und für alle Fans von The Originals ist das French Quarter natürlich sowieso ein ganz besonderer Ort. Ich konnte einige der bekannten Drehorte bestaunen und bin dabei immer wieder stehen geblieben, um die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen.
Auch die kleinen Voodoo-Souvenirläden durften bei meinem Spaziergang natürlich nicht fehlen. Ein Souvenir für zu Hasue musste auch mit.
Am Abend ging es auf Empfehlung ins Deanie’s Seafood Restaurant. Dort probierte ich ein typisches Gericht mit frittiertem Fisch und Pommes. Grundsätzlich sehr lecker, für meinen Geschmack allerdings deutlich schärfer als erwartet.
Später am Abend wurde die Musik in der Stadt immer lauter und vielfältiger. Aus allen Richtungen erklangen Jazz, Blues und andere Sounds. New Orleans war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Durch den Jetlag und einen kompletten Tag auf den Beinen ging es für mich trotzdem relativ früh ins Bett.



Mit der Straßenbahn durch New Orleans
Am nächsten Morgen startete ich mit einem Frühstück im Bearcat CBD. Danach wollte ich eigentlich ganz entspannt mit der Straßenbahn zum Lafayette Cemetery No. 1 fahren. Eigentlich. Eine Straßenbahn nach der anderen fiel aus. Und wenn dann doch eine kam, war sie so voll, dass sie an den nächsten Haltestellen einfach nicht mehr anhielt. Irgendwann gab ich auf und lief den gesamten Weg. Leider musste ich dann feststellen, dass der Friedhof derzeit geschlossen war. Aber auch das war kein Weltuntergang, denn der angrenzende Garden District ist mit seinen wunderschönen historischen Villen und den von Bäumen gesäumten Straßen selbst ein echtes Highlight. Nach dem langen Fußmarsch kam eine kleine Erfrischung im Le Petit Bleu gerade recht.



Kunst und Natur im New Orleans City Park
Anschließend nahm ich mir ein Uber in Richtung New Orleans City Park und zum New Orleans Museum of Art. Besonders beeindruckt hat mich der Sydney and Walda Besthoff Sculpture Garden. Zwischen den Bäumen und im weitläufigen Park begegnet man einer unglaublichen Vielfalt an Kunstwerken. Auch wenn es an diesem Tag leider immer wieder regnete, war der Besuch eine schöne Abwechslung zum Trubel des French Quarter. Für den Rückweg in die Stadt nahm ich diesmal tatsächlich die Straßenbahn. Und sie fuhr sogar! Nach einem späten Mittagessen im Peche Seafood Grill und einem leckeren Smoothie von Smoothie King zog es mich noch einmal zurück ins French Quarter. Mein letzter Abend in New Orleans.



Mein Fazit zu New Orleans
Ich wollte noch einmal durch die Straßen laufen, die Kunst bestaunen, den Musikern zuhören und die ganz besondere Atmosphäre der Stadt aufsaugen. Natürlich standen auch noch die letzten Drehorte von The Originals auf meiner Liste. New Orleans ist keine Stadt, die man einfach nur „besichtigt“. Man erlebt sie. Man hört sie, wenn aus einer Bar Jazzmusik auf die Straße dringt. Man riecht sie, wenn irgendwo Seafood zubereitet wird – oder Gras geraucht wird ;-). Man sieht sie in den alten Straßenbahnen, den historischen Gebäuden und den kleinen, verwitterten Balkonen. Und man spürt sie vor allem in der Musik. Ich hätte mir für meine vier Tage zwar etwas mehr Sonnenschein gewünscht. Der viele Regen hat mich aber tatsächlich weniger gestört als erwartet. Vielleicht gehört auch das irgendwie zu New Orleans. Am nächsten Morgen ging es für mich weiter nach Dallas und von dort aus zu meiner Tochter.
Aber mein USA-Abenteuer hatte mit diesen vier Tagen in New Orleans bereits ganz besonders begonnen.



New Orleans allein? Würde ich es wieder machen?
Ganz klar: Vielleicht. Ich würde mich auch beim nächsten Mal wieder an die belebten Straßen und Gegenden halten und nachts als Frau nicht allein abseits der touristischen Bereiche unterwegs sein. Und natürlich würde ich wiederkommen – diesmal vielleicht eher zu zweit, um auch das Nachleben ohne Bedenken zu erkunden. Für mehr Jazz. Mehr Beignets. Mehr Südstaaten-Flair.
In diesem Sinne: See y‘at!
Hilfreiche Links:
www.noma.org/besthoff-sculpture-garden/
http://www.cafedumonde.com/locations
https://www.lepetitbleucafe.com
